Die magische Begegnung mit einem Gepard

Bild: Ondris / Shutterstock.com

Gehören Sie auch zu der Sorte Mensch, die sich am liebsten in Luft auflösen würde, sobald sie einem Gepard begegnet? Nun, da wären Sie nicht die einzigen. Viele Menschen haben Angst vor Raubtieren, insbesondere vor Löwen, Leoparden oder der schnellsten „Katze der Welt“ – dem Gepard. Wir Menschen haben gelernt, uns vor Raubtieren zu fürchten, ohne tatsächlich ihr spezielles Verhalten, ihre Anpassungsfähigkeit und ihre einzigartige Rolle in ihrem Lebensraum zu verstehen. Wir dürfen nicht beurteilen und doch tun wir es. In diesem Beitrag öffnen wir Ihnen allerdings die Augen! Denn es geht auch anders:

Ein Gepard verfolgte einen wunderbaren Menschen auf Schritt und Tritt. Als der 50-jährige Dolph C. Volker einschlief, wagte er sich „auf ganz dünnen Boden“. Nun, wir können auch von einer Seelen-Begegnung sprechen. Zwei Seelen, die sich begegneten und liebten. Was geschah, ist nicht in Worte zu fassen! Der Gepard ist eines der schnellsten und am stärksten gefährdeten Tiere der Welt. Es wird angenommen, das nur noch ca. 7.000 Geparden in der Wildnis leben. Die Begegnung, die dieser amerikanische Naturforscher im natürlichen Lebensraum hatte – ist sehr selten. „Blättern“ Sie durch. Wir versprechen Ihnen – am Ende des Beitrags werden Sie schwer berührt sein.

1. Die Leidenschaft zu Tieren

Bild: GUDKOV ANDREY / Shutterstock.com

Von Kindheitstagen an, hatte Volker immer eine sehr besondere Art mit Tieren umzugehen. All die Erfahrungen die er mit unterschiedlichen Tieren erlebt hatte, veränderten seine Sichtweise auf das Leben rapide. Nach seinen Aussagen lerne er jeden Tag von der Natur – und Tierwelt. Denn diese haben ihre Instinkte nicht verloren. Die meisten Menschen schon. Volker gab viele Jahre seinem Hund ein liebevolles zu Hause. Eines Tages musste Volker seinem treuesten Freund am „Regenbogentor“ auf Wiedersehen sagen. Volker war kaum in der Lage „loszulassen“. Wie auch jedes Lebewesen eines Tages die „Augen schließen“ muss, so auch der liebste Hund von Volker. Es schien schwer zu begreifen.

Nun hatte diese Situation tatsächlich ein traumatisches Ereignis für Volker. Es blieb nicht unbemerkt. Ganz im Gegenteil. Volker wurde bewusst gemacht, dass jedes Leben etwas Besonderes ist. Dieser Glaube hat seine Zukunft stark geprägt. Volker entschied kurz darauf eine Ausbildung zum Zoologen zu absolvieren. Er wollte mit allen Sinnen das Tierverhalten verstehen. Zudem gehört sein Herz der größten Leidenschaft dem Artenschutz. Volker gibt bekannt, dass die falschen menschlichen Vorstellungen, viele Arten an den Rand des Aussterbens gebracht haben. Aus Angst wird getötet.

2. Unterstützendes Zuchtprogramm

© Dolph C. Volker

Volker widmete sich dem meist gejagtesten Lebewesen unseres Planeten: Dem Gepard oder auch genannt: Acinonyx jubatus. Dieses Tier raubte Volkers Verstand. Tag und Nacht beschäftigte er sich mit diesem faszinierenden Lebewesen. Folglich zog Volker 2011 von seinem Haus in den USA aus, um sich in einem „südafrikanischen Heiligtum“ in der Nähe von Bloemfontein zu engagieren. Der Name: Cheetah Experience. Ziel der gemeinnützigen Organisation ist es, die Menschen für die bedrohten Arten zu sensibilisieren. Darüber hinaus bestimmte Raubkatzen vor dem „gefährlichsten Tier“ zu schützen: dem Menschen.

Zudem wird vor Ort ein Zuchtprogramm zur Unterstützung der Geparde betrieben. Wie also können Sie sich diesen Ort vorstellen? Nun, von einer Seite werden diese phänomenalen Raubkatzen geschützt und gezüchtet. Zum anderen wird Ihnen ein zu Hause geboten. Das Cheetah Experience bietet ein Rettungszentrum, eine Zuflucht für alle Arten von gefährdeten Raubkatzen. Darunter zählen: Leoparden, Löwen, Karakale, Servale und afrikanische Wildkatzen. Volker absolvierte hier zahlreiche Praktika und reiste durch das Land um noch mehr Erfahrungen zu sammeln. Sie werden nicht glauben, was er erlebte!

3. Cheetah Experience Center

© Dolph C. Volker

Im Jahr 2014 lernte Volker während einer Expedition im Cheetah Experience, einen Gepard namens – Eden – kennen. Merken Sie sich diesen Namen gut. Denn er ist etwas ganz besonderes. Volker war von diesem Ort fasziniert und nicht nur, weil er dort die Liebe seines Lebens kennenlernte. Aber dazu gleich mehr. Im ersten Jahr hatte Volker kaum Gelegenheit, Eden besser kennenzulernen. Im Sommer kehrte er schließlich zurück und widmete sich diesem Ort intensiver. Auf seinen Reisen sammelte und dokumentierte er alles über diese wundervolle Spezies, sodass er sich etwas zur Ruhe setzen wollte.

Folgende Informationen übermittelte er an uns Menschen: „Wenn wir in der heutigen Zeit gesunde Wildtierpopulationen erhalten wollen, wie das schnellste Tier der Erde – müssen wir uns mehr Wissen über die Tiere und ihre Bedeutung für den Lebensraum, zudem auch über ihre Bedeutung für unser Überleben aneignen.“ Wie geht es Ihnen, lieber Leser bei diesen Worten? Wie empfinden Sie die Jagd auf diese Geschöpfe? Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie Geparden, Leopardenfelle an Menschen umgehangen erblicken?

4. Das schnellste Landtier der Welt

Bild: Elana Erasmus / Shutterstock.com

Nun, zurück zu Volker. Während seiner Zeit bei Eden erkannte Volker allmählich, wie außergewöhnlich dieses wundervolle Tier war. Volker widmete sich der Beobachtung, als auch der Pflege dieser Geparde täglich. Sie lernten nach und nach aneinander zu vertrauen. Nicht nur Volker beobachtete diese Raubkatze, sondern auch Eden ließ Volker zu keiner Sekunde aus den Augen. Volkers Theorie führte zu empörten Gesichtern: Er war tatsächlich der Meinung, dass, je näher er dem Gepard Eden kam, desto mehr hielt sie ihn ebenfalls für einen Geparden.

Können Sie, lieber Leser, seiner Theorie zustimmen? Was glauben Sie passierte? Vielleicht ein Unfall, wie nicht selten in den Medien berichtet wird? Es gibt zahlreiche Videoaufnahmen, die Volkers Theorie Glauben schenken. Die Aufnahmen sind atemberaubend! Das versprechen wir Ihnen fest! Nun, das Video beginnt damit, dass Eden sich Volker nähert, während er sich beim Cheetah Experience auf das Gras legt. Die Raubtierkatze schleicht mit leisen sanften Pfötchen auf und ab. Als Vergleich: Sie müssen sich vorstellen, dass während der Jagd auf ihre Beute, Geparden eine unglaubliche Laufleistung von bis zu ca. 113 km pro Stunde erreichen können.

5. Magischer Moment

Bild: Four Oaks / Shutterstock.com

In all den Jahren machte Volker sich weitgehende Gedanken um das Aussterben dieser faszinierenden Lebewesen. Es ist ein natürliches Phänomen, dem seit Jahrmillionen Tier- und Pflanzenarten zum Opfer gefallen sind. Aber nach aktuellen Studien ist die derzeitige Aussterberate ungewöhnlich hoch. Heutzutage verschwinden fast 40.000 Arten pro Jahr. Das ist sehr dramatisch. Volker entschied sich für dieses Leben – für immer die „schnellsten Lebewesen der Welt“ zu beschützen. Mit dieser Information wurde Volkers Beziehung zu der Geparden-Dame nur noch inniger. Eden spürte seine Liebe. Seine Leidenschaft.

Eden hatte niemals vor, Volker zu jagen, ihm Schaden zukommen zu lassen. Die Mitarbeiter beobachteten das Verhalten zwischen Volker und der wunderschönen Gepardin intensiv. Niemals hätten sie sich das getraut, was sie bei Volker und Eden erlebten. Der Zoologe verrät, dass er oftmals unter ihrem Lieblingsbaum sitzt. Eden kam, um ihn zu begrüßen. Sie duldete diesen „Artgenossen“. Das Weibchen legte sich gemütlich Neben Volker in die Sonne und begann sofort mit einem tiefen, rumpelnden Schnurren. Eden hatte keine Angst vor Volker. Sie brauchte ihn nicht zu attackieren. Sie fühlte sich nicht in Gefahr.

6. Nur die Ruhe bewahren

© Dolph C. Volker

Der Gepard schien sich vollkommen wohl zu fühlen. Sie werden nicht glauben was dann passierte: Eden begann den Zoologen zu „säubern“ als wäre er eine andere Katze. Volker hielt den Atem an, denn er wusste nicht, ob er die Situation überleben würde. Er verhielt sich sehr ruhig, um Eden nicht zu erschrecken. Er wollte nicht, dass sich Eden unwohl fühlte und dies Grund genug sein könnte, Volker zu attackieren. Volker beschreibt die Zunge eines Gepards als sehr rau, aufgrund dessen sind Geparden in der Lage ihrem Opfer hiermit auch Verletzungen zuzuführen. Volker blieb ruhig und vertraute seinem Gefühl.

Sie müssen wissen, das unter den Raubkatzen der Gepard das kleinste Gebiss hat. Aus diesem Grund nutzt er nicht den klassischen Genickbiss, sondern das Zudrücken des Kehlkopfes. Im Ober- und Unterkiefer sitzen jeweils 6 Schneidezähne, 2 Eckzähne, 4 kleinere Backenzähne und 2 hintere große Backenzähne. Weiterhin bemerkenswert ist, dass der Gepard seine Nahrung sehr schnell verdaut. Nach diesen Informationen würden Sie, wie Volker ebenfalls, keine Angst vor den Geschöpfen haben? Dass der Gepard Eden, Fellpflege bei Volker betreibt, ist ein großer Beweis dafür, dass der Gepard seinen menschlichen Freund als eine von ihren eigenen betrachtet.

7. Der Sinn des Lebens

© Dolph C. Volker

Wenn Sie sich einen Gepard näher anschauen, werden Sie folgendes feststellen: im Verhältnis zur Rumpfgröße hat die Raubkatze einen relativ kleinen Kopf. Die Augen des Gepards sind bernsteinfarben, die Pupillen wachsam groß und rund. Beide Augen sind nach vorn gerichtet, für ein optimales räumliches Sehen, welches das sichere Abschätzen von Entfernungen ermöglicht. Was glauben Sie, wie weit ein Gepard mit diesen wunderschönen, wachsamen Augen sehen kann? Sie werden beeindruckt sein, wenn Sie mehr über das wilde und eigentliche scheue Tier wissen! Sie müssen unbedingt „am Ball“ bleiben, denn es wird noch spannender:

Der Gepard kann bis zu einer Entfernung von 5 km hervorragend sehen. Die beidseitigen schwarzen Tränenstreifen, die sich vom Auge bis zu den Mundwinkel ziehen, schmücken nicht nur die Optik des Gepards, sondern ermöglichen dem Tagjäger eine optimale Lichtabsorption. Die Nase ist zwar relativ klein, doch sind die Nasengänge deutlich breiter, um die erhöhte Sauerstoffaufnahme während der Jagd und eine rasche Akklimatisierung, nach der Jagd zu gewährleisten. Volker weiß genau, diese ausgestatteten Sinne zu respektieren. Das Glück ist ganz auf seiner Seite. Denn es ist selten, dass solch ein Tier, einen Menschen so nah an sich heranlässt!

8. Das Vertrauen in die Natur

Bild: Gaston Piccinetti / Shutterstock.com

NatUrVertrauen. Alle Lebewesen spüren intuitiv, dass es uns guttut und erdet, wenn wir draußen sind. Die Luft. Die Schritte. Der Klang der Natur. Würden Sie von sich behaupten, dass Sie die Schmetterlinge hören? Nun, im traditionellen Verständnis von Naturvölkern sind wir Menschen Teil der Natur. Bäume, Pflanzen, Tiere, selbst Steine sind Gegenüber, denen die Menschen in Achtsamkeit begegnen, in dem Wissen, dass alles miteinander verbunden ist. Volker hat diese Achtsamkeit niemals verloren. Es scheint, als ob er im inneren, tief im Herzen – die Sanftmütigkeit eines Kindes in sich trägt. Denn:

Kinder bis ca. 6 Jahre, leben noch ganz selbstverständlich in dieser magischen Welt. Für sie ist die Natur, um sie herum belebt und sie kommunizieren mit ihr. Volker ist ebenfalls in dieser „magischen Welt“ zu Hause. Sie müssen sich dies wie folgt vorstellen: Der Zoologe gibt seine Erlaubnis der Natur. Das absolute Vertrauen in ihre Hände. Volker erlaubte dem Gepard Eden an ihm zu beißen, zu knabbern, zu lecken – nachdem der Zoologe gelernt hatte, dass er Erden vertrauen kann. Dennoch muss er äußerst vorsichtig sein und Edens Körpersprache genau lesen. Wenn der Raubtiger aufhört zu schnurren, bedeutet das, dass sie kurz davor steht zu beißen. Diesen Biss können sie nicht kontrollieren.

9. Der Kreislauf des Lebens

Bild: AfricaWildlife / Shutterstock.com

Leider musste am 29. Juni 2017 ein Vertreter der Cheetah Experience eine traurige Nachricht auf Facebook übermitteln. Eden ist vor längerer Zeit erkrankt. Diese Erkrankung wurde dem Gepard jetzt zum Verhängnis. Nach einem Nierenversagen war Volkers Freund gestorben. Volker war zutiefst betrübt. Denn so einen Freund hatte er in seinem ganzen Leben nicht kennengelernt. „Eden, du warst das Licht in unserem ganzen Leben. Du hast so viele Herzen mit deiner Zuneigung und deinem süßen Wesen berührt“, dies waren Volkers Worte der tiefsten Betrübtheit. Schmerzhaft musste der Zoologe Abschied nehmen.

Die Rede von Volker berührte jedes Herz. Darüber hinaus schrieb Volker folgende Zeilen: „Eine meiner wertvollsten Erinnerungen und Erfahrungen im Leben habe ich Eden zu verdanken. Ich werde Eden für immer vermissen und auf Ewigkeit das Schnurren in meinen Ohren singen hören.“ Das Gepard-Schnurren ist mein Lieblingsgeräusch auf Erden, wegen Eden. Ruhe in Frieden, mein bester Freund und wundervollste Begegnung meines Lebens.“ Nun heißt es Abschied nehmen. Lieber Leser, wir sind tief bewegt. Was ist mit Ihnen? Danke für diesen Beitrag und die wertvolle Offenheit zu diesem wunderbaren Geschöpf. Wir verabschieden uns zutiefst betroffen mit: „This is the circle of life.“